Was essen Kinder in anderen Ländern – Italien

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Ihr Lieben,
meine Blogreihe „Was essen Kinder in anderen Ländern“ geht in die zweite Runde. Heute plaudert Claudia vom Blog Mäusemamma aus dem Nähkästchen und erzählt uns kulinarische Fakten über Italien. Ich freue mich sehr und wünsche Euch viel Spass beim Lesen.

Liebe Claudia, Du lebst nun mit deiner Familie in Italien. Kannst du uns etwas über Euer Leben in Italien berichten?

Claudia-SchubertLiebe Julia, zunächst einmal bedanke ich mich für Deine Fragen zu unserem „kulinarischen“ Familienalltag hier in Italien. Mich persönlich hat es vor mehr als 15 Jahren in den „sonnigen Süden“ verschlagen. Mittlerweile bin ich mit einem Italiener verheiratet und ab August werden uns unsere Wonneproppen zahlenmäßig überlegen sein, denn wir erwarten gerade unser drittes Kind😉. Wir leben in einer mittelgroßen Stadt in Norditalien, nahe der französischen Grenze und unweit vom Mittelmeer. Lange Jahre habe ich in einem festen Angestelltenverhältnis gearbeitet, habe mich aber der Familie wegen derzeit für ein Mamadasein entschieden. Gelegentlich arbeite ich als Fremdenführerin, und daheim backe und koche ich leidenschaftlich gerne.

Welches ist das Lieblingsessen deiner Kinder in Italien?

Dass natürlich auch bei unseren „bambini“ ganz klassisch Pasta und Pizza hoch im Kurs stehen muss ich wohl nicht sagen😉. Unser Großer leidet jedoch an zahlreichen Lebensmittelallergien, weswegen er eine unter anderem gluten-, laktose- und eifreie Diät halten muss. Diese stellt mich vor so manche kreative Herausforderung in der Küche, der ich mich aber gerne stelle. Man lernt ja immer dazu, und gerade im Internet findet man unzählige tolle alternative Gerichte, die der ganzen Familie schmecken. So wie auch bei Dir!👍

Eines der vielen Lieblingsgerichte beider Kinder ist ein ganz „banales“ Gericht, welches hier lokale piemontesische Wurzeln hat: Polenta mit Salsiccia, also ein Maisbrei, der mit gekochter Schweinewurst (die man sich allerdings anders als in Deutschland vorstellen muss) und Tomatensosse gereicht wird. Noch ein paar Möhren dazu und die Kids sind happy!

Was sind aus deiner Sicht die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Italien in Bezug auf Kinderernährung?

Ehrlich gesagt bin ich nicht sehr informiert über die Ernährung der Kleinsten in Deutschland. Ich würde mal behaupten, dass hier in Italien einfach mehr warme Speisen auf den Tisch kommen, da in den meisten Familien zwei Mal am Tag gekocht wird und auch die Kitas und Schulen einen großen Wert auf gesunde Ernährung legen. Einem ersten Gang, der entweder aus Nudeln, Reis oder Suppe besteht folgt in der Regel ein zweiter Gang bestehend aus Fleisch, Fisch, Käse oder Eierspeisen und einer Gemüsebeilage. Dazu darf weißes Brot keinesfalls fehlen. Schwarzbrot gilt eher als eine Neuheit auf dem italienischen Markt, und Streichwurst ist hier weitgehend unbekannt und würde wohl eher als suspekt angesehen werden😂. Der Butterkonsum ist wesentlich geringer als in Deutschland. Ein Abendessen mit belegten Schnitten oder ein herzhaftes Frühstück wären hier unvorstellbar. Weitestgehend untypisch (mit Ausnahmen) sind auch sogenannte „piatti unici“, also Gerichte, bei denen alles auf einen Teller kommt wie eben in Deutschland. Ich meine auch, dass die mediterrane Küche etwas ausgewogener ist und viele frische Zutaten, Gemüse und etwas weniger Fleisch enthält. Doch natürlich gibt es sehr, sehr viele regionale Unterschiede.

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Wie sieht es mit Obst und Gemüse aus? Findest du die Kinder in Italien essen ausreichend Gemüse und Obst?

Diese Frage würde ich auf jeden Fall bejahen. Wie schon oben geschrieben wird generell auf eine gesunde Ernährung wert gelegt, und bei einer reichen Auswahl an hier wachsendem Gemüse und Obst fällt das auch nicht unbedingt schwer. Meine Kinder selbst sind zum Glück sehr gute Esser und haben auch an „Grünzeugs“ nichts auszusetzen. Gemüse gehört in unserer Familie jedenfalls zu so gut wie jeder Mahlzeit, und Obst gibt es oft zum Nachtisch oder nachmittags zur „merenda“.

Was sind typische Gerichte an Kindergeburtstagen?

An Kindergeburtstagen wird natürlich gerne gut und gehaltvoll aufgetischt, sodass man danach eigentlich kein Abendbrot mehr braucht. Kleine Pizzette oder Focacce, Brötchen mit Schinken, Nutellabrote und Crostate, also Mürbeteigkuchen meist mit Marmeladenaufstrich findet man gerne auf den Buffets für die Kleinsten. Aber auch Obstsalat, getrocknete Früchte, Säfte sowie kohlensäurehaltige Getränke und Bonbons. Und die Geburtstagstorte darf natürlich nicht fehlen. Diese kann gerne schlicht hausgemacht sein, wird aber auch gerne mal beim Konditor bestellt und darf auch alle möglichen Cremes und Leckereien enthalten.

Mit welchen Mahlzeiten starten italienische Kinder in den Tag?

Ein sehr großer Unterschied zum deutschen Frühstück ist wohl der, dass hier am Morgen so gut wie nie herzhaft gegessen wird. Italienische Kinder essen früh meist warme Milch mit Keksen, Marmeladenbrote, Zwieback oder auch Croissants. Bei uns gibt es gerne auch Cornflakes für unseren Allergiker, Banane für die Kleine und dazu Fruchtsäfte. Den Erwachsenen reicht oft ein flotter Kaffee oder ein Cappuccino am Bartresen. Generell nimmt hier das Frühstück einen geringeren Stellenwert ein als in Deutschland.

Verrate uns bitte ein italienisches Gericht, das wir mit unseren Kindern unbedingt ausprobieren sollten.

Oh das ist schwer, da es wirklich soooo viele leckere Gerichte gibt, bei denen auch die Kinder Nachschlag verlangen👍. Und wie gesagt müssen es nicht immer Nudeln mit Tomatensosse sein!

Die italienische Küche ist wirklich sehr vielseitig und „bunt“ und wie ich finde kreativ.

Risotto-mit-SalsicciaAufgrund der zahlreichen Allergien unseres Großen koche ich zum Beispiel sehr gerne Risotti in allen möglichen Varianten und Farben: mit Kürbis, mit Brokkoli oder heute zum Mittag mit Porree, Blumenkohl und Salsiccia. Dabei brate ich die Salsiccia (ca. 150 g von Kalb und 150 g vom Schwein) und den Porree (1 Stange) mit etwas Olivenöl in einer Pfanne an bis alles gar ist. In dem Topf, in den später auch der Reis kommt, koche ich einen mittelgroßen Blumenkohl für ca. 20 Minuten, gieße dann ein Viertel des Kochwassers ab und püriere ihn. Bevor der Reis (ca. 300 g) in dieser weißen Soße gekocht wird, schmecke ich sie mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Oregano ab. Geschmackliche kommt diese einfache und leichte Gemüsesosse an eine Besciamella heran, die allerdings weitaus kalorienhaltiger und schwer verdaulich ist. Bietet also eine gute und leckere Alternative, auch für Allergiker und Kids mit Unverträglichkeiten. Den Langkornreis je nach Angabe auf der Packung „al dente“ kochen, bei Bedarf etwas Flüssigkeit (Wasser, Brühe oder auch gerne einen Schuss Weißwein). Zum Schluss rühre ich die Porree-Salsiccia- Pfanne unter, gebe für uns Nicht-Allergiker ein Paar Löffel Parmesankäse und etwas Olivenöl hinzu…und fertig! Super leckeres Gericht, welches die Kleinsten lieben!!

 

Vielen Dank, liebe Claudia, für diesen kleinen Ausflug. So habe ich Risotto noch nie gekocht. Ich habe viele Inspirationen bekommen. 

Wollt Ihr das Rezept von Claudia mal nachkochen, das vollständige Rezept und einige Tipps habe ich hier für Euch Risotto mit Salsiccia.

Hast du vielleicht noch Fragen an Claudia? Schreib uns einen Kommentar. Claudia und ich freuen uns auf Dein Feedback.

Hast auch Du Erfahrungen in einem anderen Land gesammelt und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen? Hast du einen eigenen Blog oder einen Instagram-Account? Dann freue ich mich, wenn du dich bei mir meldest.

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