Polenta Pizza
und ein Paar Gedanken warum Kinder beim Essen kritisch sein dürfen

Polenta Pizza

Mein Sohn: „Mama, was gibt es heute zu essen?“

Ich: „Es gibt eine knusprige Polenta Pizza?“

Mein Sohn: „Polenta Pizza? Hmmm… Schmeckt eine gelbe Pizza?“

Ich: „Da ich es heute zum ersten Mal ausprobiere, kann ich dir nicht sagen wie sie schmeckt. Aber da ich die Zutaten kenne, bin ich sicher, dass sie großartig schmecken wird.

So oder so ähnlich lief die Kommunikation mit meinem Sohn ab als ich diese Polenta Pizza zum ersten Mal in unserem Backofen zubereitet habe. Dieser Dialog lässt sich aber vermutlich auf viele andere Situationen in unserer Küche übertragen.

Nicht selten begegnen meine Kinder neuen Rezepten, neuen Kombinationen mit einer gewissen Skepsis. Und das ist gut so. Kinder haben ein Recht darauf kritisch zu sein. Sie dürfen die Stirn runzeln und uns fragen, ob das denn schmecken kann. Jedes Mal, wenn dieser Moment eintritt, freue ich mich und bin sehr auf ihre Reaktion am Esstisch gespannt, wenn sie dann vor dem fertigen Menü sitzen.

Manchmal bleiben sie skeptisch und lassen das Essen nach einigen wenigen Bissen liegen. Meistens essen sie es und sind überrascht wie gut es tatsächlich schmeckt.

So war es mit dieser Polenta Pizza genau so. Während der Backzeit liefen meine beiden Jungs immer wieder zum Backofen und fragten mich, warum die Pizza denn nicht rund ist, warum da so grüne Sachen darauf sind und warum ich nicht eine „richtige Pizza“ gemacht habe…

Aus Gesprächen mit anderen Eltern weiß ich, dass sich viele Eltern gerade an dieser (ständigen) Skepsis ihrer Kinder stören. Doch ich möchte Euch ermutigen, all dieses Verhalten unserer Kinder aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen.

Jedes Mal wenn meine Kinder kritisch in den Kochtopf schauen und mir schon die Fragezeichen aus ihren Köpfen förmlich entgegen springen freue ich mich. Aus einen ganz wichtigen Grund:

Wenn meine Kinder mir Fragen über das Essen und die Zutaten und vor allem über meine Essensauswahl stellen, dann habe ich die Möglichkeit mit ihnen in Dialog zu treten. Ihre Fragen zeigen mir, dass sie Interesse haben an den Lebensmittel, die wir essen. Und genau das ist wichtig in dem so langjährigen Prozess der Ernährungserziehung.

Polenta Pizza

Denn was genau wollen wir? Wollen wir, dass unsere Kinder nur dieses eine Gericht, das wir (vielleicht mühevoll) zubereitet haben, essen, damit wir für unsere Arbeit in der Küche belohnt werden?

Oder wollen wir langfristig erreichen, dass unsere Kinder ein Bewusstsein für gesunde Lebensmittel und eine abwechslungsreiche Ernährung entwickeln und möglichst freiwillig nach etwas Gesundem verlangen? Das langfristige Ziel vor Augen zu haben ist meiner Meinung nach der bessere Ansatz.

Die Erkundung der Lebensmittel, neuer Geschmacksrichtungen, ungewohnter Eigenschaften gehört für mich in einer gesunden Familienernährung dazu. Kritisch zu sein ist dabei sehr hilfreich und nützlich. Die Zurückhaltung vor etwas Neuem ist dabei ganz natürlich. Uns Erwachsenen geht es ja oft nicht anders. Nur haben wir ja schon mehr Erfahrung und können besser einschätzen wie welche Lebensmittel schmecken.

Wichtig ist mir in solchen Situationen meine Kinder ernst zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass ich es verstehe, dass sie sich unsicher sind und ihnen die Entscheidung frei lasse, ob sie tatsächlich dieses Gericht essen möchten oder nicht. Gleichzeitig ist es mir aber auch wichtig ihnen zu zeigen, dass wir immer wieder neue Lebensmittel und neue Rezepte ausprobieren.

Und jedes Mal wenn sie trotz vorheriger Skepsis etwas Neues probieren und es ihnen schmeckt, werden sie ein kleines Stück offener für die kulinarische Welt und gewinnen Vertrauen darin, dass gesundes Essen auch wirklich lecker schmeckt.

Oft braucht es mehrere Anläufe. Auch das ist völlig in Ordnung. Bestimmte Gerichte haben meine Kinder erst nach mehreren Malen akzeptiert und verschlingen sie heute mit großem Appetit.

Diese Polenta Pizza hat sie aber sofort überzeugt. Und zwar, weil sie eine sehr knusprige Kruste hat und weil sie einfach mit ihrer tollen Farbe Lust zum Reinbeißen macht.

Über den Belag kann man natürlich streiten. Ich habe Zucchini gewählt, weil sie gerade Saison haben. Ich denke aber, dass man auch andere Gemüsesorten verwenden kann, die die Kinder essen.

Polenta Pizza

Polenta Pizza Rezept

ZUTATEN
für den Boden

150 g Polenta
500 ml Gemüsebrühe
40 g Parmesan (oder anderen würzigen Hartkäse)
1 Ei
etwas Salz
Butter zum Einfetten

für den Belag
2-3 Löffel Pesto (z. B. Basilikum)
1-2 Zucchini, in Scheiben geschnitten
20 g Käse
etwas Pfeffer

ZUBEREITUNG
1. Erwärme zunächst die Gemüsebrühe. Reduziere die Hitze und lass vorsichtig die Polenta einrieseln, rühre dabei die Polenta ständig mit einem Schneebesen, sodass keine Klumpen entstehen. Rühre die Polente am Besten dann mit einem Holzlöffel weiter (ca. 2-3 Minuten) bis die Polenta dick wird. Nehme sodann den Topf vom Herd.

2. Reibe den Käse und vermische ihn mit Polenta. Wenn dieser vollständig geschmolzen ist rühre das Ei und etwas Salz unter. Lass die Polenta für einige Minuten auskühlen.

3. Heize den Backofen auf 200 Grad (Umluft) vor. Belege eine Auflaufform (Größe ca. A4) mit Backpapier und öle das Papier mit Butter gut ein. Verteile die Polenta gleichmäßig in der Form. Am Besten arbeitest du mit nassen Handflächen.

4. Bestreiche die Polenta mit Pesto. Lasse jedoch etwas Abstand zum Rand. Belege die Pizza mit Zucchini und streue gleichmäßig etwas Pfeffer. Backe die Polenta 45 Minuten. Nach 35 Minuten  bestreue die Pizza mit geriebenem Käse.

5. Wer es sehr knusprig mag, kann die Pizza für weitere 10 Minuten im Backofen lassen. Dabei sollte allerdings die Temperatur auf 180 Grad herunter gedreht werden.

TIPP

1. Pesto kannst du natürlich fertig im Glas kaufen. Oder du machst es super einfach selber und verwendest frisches selbstgemachtes Pesto.  Hier kannst du schauen wie ich es mache: Bärlauch Pesto. Du kannst dabei Bärlauch durch andere Kräuter ersetzen, z. B. Basilikum.

2. Falls dein Kind kein Pesto mag, kannst du natürlich auch Tomatensauce verwenden und mit Gemüse Eurer Wahl belegen. Ein  Rezept für selbstgemachte Tomatensauce findest du hier: Tomatensauce mit verstecktem Gemüse.

 

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